Ernährung als erste Medizin im Ayurveda

Unsere Nahrung sollte unsere Medizin sein, und unsere erste Medizin sollte unsere Ernährung sein. So beschreibt es schon die Charaka Samhita, eines der drei klassischen Standardwerke des Ayurveda aus dem 1.Jh. n.Chr.

Die gesunde Ernährung ist die Grundlage des Ayurveda und jeder ayurvedischen Behandlung! Eine ayurvedische Behandlung, die nicht auf einer Ernährungsumstellung basiert, ist obsolet - ein gutes Kriterium für den Laien Wellness Ayurveda von der Ayurveda-Medizin zu unterscheiden. "Ayurveda-Massagen" die ohne vorherige Ernährungsumstellung angeboten werden, entsprechen sicher nie Ayurveda. Vor einer Ayurveda-Kur liegt immer eine 6-wöchige Phase der Ernährungsumstellung, verordnet von einem Ayurveda-Mediziner - oder es ist keine "Ayurveda-Kur". Ayurveda Kurhäuser, die während einer Ayurveda-Kur Fleischverzehr oder Alkoholkonsum erlauben, sind ebenso unseriös.

Gibt es DIE eine, gesunde Ernährung?

Die moderne Ernährungswissenschaft hat untersucht, dass ungesunde Ernährung der maßgebliche Faktor für die Entstehung von Zivilisationskrankheiten ist, und gesunde Ernährung wesentlich zur Gesundheitsvorsorge beiträgt.

Doch was ist gesunde Ernährung? So viele unterschiedliche Ernährungslehren konkurrieren miteinander. Inmitten dieses Werbe-Dschungels und dem Überangebot an Nahrung weiss der moderne Mensch kaum noch, wie er sich ernähren soll.

Ayurveda ist als Ernährungslehre einzigartig, weil die altindische Wissenschaft von Leben auf der Basis bestimmter Grundregeln eine auf das Individuum abgestimmte, konstitutionsgemäße Ernährung lehrt. Es is(s)t nicht für jeden gesund, was für mich gesund ist, selbst wenn es um so gesunde Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse geht. Die Ayurveda Ernährung ist vorwiegend vegetarisch, jedoch nicht ideologisch.

Gemäß der drei Doshas und der daraus entstehenden 7 Konstitutionstypen (Prakriti) erstelle ich für jeden Menschen einen individueller Ernährungsplan. Faktoren, die mit berücksichtigt werden sind die aktuelle Dosha Imbalance (Vikriti) die nicht der Konstitution (Prakriti) entsprechen muss, das Verdauungsfeuer (Agni), Schlacken (Aama) die Jahreszeiten- (Rtu) und die Tageszeitenroutine und viele mehr.

Eine gute Ernährung für Geist und Seele (sattvische Ernährung) empfiehlt die Ayurveda Wissenschaft und Ernährungslehre. Als besonders geeignet werden regionale Nahrungsmittel angesehen, die „vor der Haustür“ des Menschen wachsen. Wir müssen also keine Inder werden, um uns ayurvedisch zu ernähren. Ein großer Schwerpunkt liegt auf frisch gekochten und reichlich gewürzten Speisen mit, da dies besonders förderlich für das Verdauungsfeuer ist, und die Entstehung chronischer Krankheiten verhindert. Gewürze wie Ingwer, Kreuzkümmel und Curcuma regulieren die Verdauungskraft und sind Heilmittel für viele Leiden.

Auch chronische Erkrankungen, die auf den ersten Blick nicht mit der Ernährung assoziiert scheinen, sind durch falsche Ernährung entstanden. Die Ayurveda Medizin hat in ihren wissenschaftlichen Werken diesen Zusammenhang schon vor 2000 Jahren beschrieben. So kann man dort nachlesen, dass die Parkinson Krankheit durch aus dem gestörten Darm heraus entsteht. Eine vegetarische Ernährung verändert die Darmflora positiv und wirkt antientzündlich, ein Vorteil in der Behandlung von Rheuma und Autoimmunkrankheiten.